Nichts ist unmöglich - Kickers!

 

21. Februar 2022 | Nach der missratenen Generalprobe ist die Premiere in Havelse geglückt. Ich traute meinen Augen nicht: Tor von Christian Strohdiek! Saliou Sané auf und davon wird gelegt, verwandelt Elfmeter selbst. Zwischen dem 0:1 und dem 1:3 ein herrlich herausgespieltes 0:2 von Robert Herrmann. Ralf Santelli macht wieder Betrieb. Ihm hätten die Verantwortlichen nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga das Vertrauen schenken sollen. Es sprechen Qualitäten für ihn, die ich nach Schiele bei keinem anderen Trainer am Dalle gesehen habe. Wenn Santelli mit der Mannschaft den Klassenerhalt schafft, dann gleicht die Leistung einem Aufstieg. Es sind noch 33 Punkte zu vergeben. Wir benötigen aus 11 Spielen mindestens 21 Punkte. Die Messlatte hängt verdammt hoch. Aber das schier Unmögliche ist genau unser Ding. Der souveräne Tabellenführer Magdeburg ist die richtige Herausforderung für "nichts ist unmöglich". Wir sehen uns Samstag im Dalle. 

 

Bild oben: Künstler Volker Kühn

   

 

 

Kickers-Roulette: Einer kriegt Rot, die anderen sehen schwarz

 

8. Februar 2022 | Hendrik Bonmann erinnert mich an Júnior Enrique Díaz Campbell. Der ehemalige costa-ricanische Nationalspieler spielte - Achtung - bei der WM 2014 u. a. gegen Italien und England. Diaz ging in Würzburg mit einem Jahrhunderteigentor in die Geschichte ein. Er traf am 1. April 2017 zum 1:1 Ausgleich für Arminia Bielefeld. Drei Punkte fehlten damals zum Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Die Arminia blieb drin, spielt heute in der 1. Bundesliga während unser FWK, so macht er den Eindruck, in den zurückliegenden Jahren nichts dazugelernt hat. Bildung heißt es immer, ist eine Investition in die Zukunft. Offenbar prallt geballtes Wissen bereits am Kickers-Stadiontor ab. 

 

Beweis Nummer 1: Verpflichtung mit nachfolgender Ausbootung von Marvin Pourié.

Wer Marvin verpflichtet, der muss wissen wer auf ihn zukommt. Der entlassene Sportdirektor Schuppan hat ihn geholt, heißt es als Entschuldigung. Wer hat den Vertrag unterschrieben? Üblicherweise derjenige, der die Geschäfte führt, ergo der Vorstandsvorsitzende. Vielleicht sogar mit dem Segen des Aufsichtsrates? Blicken wir in die Kickers-Glaskugel: Was hat Pourié gesagt bzw. getan? Hat er einem Mitspieler aufs Maul gehauen? Hat er jemanden beklaut? Gab es sexistische Übergriffe, gar homophobe Diskriminierung eines Mitspielers? Hm leicht verschwommen zeichnet sich ein Bild ab...

 

Beweis Nummer 2: Hendrik Bonmann und sein in Saarbrücken unbedrängter luftiger Tritt Richtung Ball. 

Ein Torhüter der Sicherheit am Ball ausstrahlt sieht anders aus. "Wulle" wusste mit den Füßen am Spielgerät nicht so richtig etwas anzufangen. Aber Wulnikowski stand wie ein Bär im Tor. Jeder Gegner hatte Respekt vor ihm, weil er dazwischen haute ohne sich zu schonen. Bonmann ist kein Draufgänger. Er ist die Kugel im Kickers-Roulette: Rollt er im Spiel auf Rot oder auf Schwarz?

 

Beweis Nummer 3: Peter Kurzwegs sinnloses Foulspiel in der Nachspielzeit. 

Er war hier, er war weg und jetzt ist er wieder da - trallala. Hat er in Ingolstadt dazugelernt? Nein! Fußball wird auch mit dem Kopf gespielt. Offenbar weiß er das immer noch nicht. Gegen Duisburg und wahrscheinlich auch in Havelse fehlt er, der Peter, den Sebastian Neumann zurückgeholt hat: brrr Zähneknirschen. 

 

Zusammenfassung: Die Kugel rollt leider nur selten ins gegnerische Tor. Maxi Breunig schafft es nicht. David Kopacz kann alles am Ball außer Toreschießen. Mirnes Pepic kann es auch nicht. Der es kann, darf nicht ran. Lieber absteigen ohne die Tore von Marvin, als mit ihm drinbleiben, lautet die Devise. Stelle ich für heute die letzte Frage: Danny Schwarz gewinnt nicht. Wäre nicht ein Rollentausch angebracht: Schwarz geht ins NLZ und Ralf Santelli auf die Trainerbank?

 

  

 

Fischer macht am Dalle kein Alarm mehr

 

24. Januar 2022 | Thorsten Fischer hat, bevor er 2009 bei den Kickers vorstellig wurde, versucht beim grünen Lokalrivalen anzudocken. Der Wolf hat ihm dort sogleich die scharfen Zähne gezeigt. Wer so einen Weg einschlägt, der ist lediglich auf der Suche nach einem Standort, wo er seine Geschäftsidee vom Profifußball verwirklichen kann. Fischer hat 13 Jahre bei den Kickers die Zügel in der Hand gehalten, ohne jemals echte Vereinsarbeit geleistet zu haben. In der Zeit wurde deutlich, Geld ersetzt kein Herzblut. Wenn die Herren Sauer und Fischer von der Kickers-Familie sprachen, dann klangen sie wie Stiefeltern, die ihren anvertrauten Sprösslingen klarmachten, es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Oder anders gesagt, wer zahlt schafft an. Der Spruch stimmt nur oberflächlich gedacht. Er passt nämlich nicht mehr in die Zeit. Das gilt auch für die fehlende Transparenz. Wie steht es denn um die Finanzen der Kickers-AG? 

  

 

Bild: Screenshot echobot.de

 

Weitere Informationen über die Finanzen der Kickers AG im PDF-Dokument.

 

Kickers-AG Finanzen 25.01.22.pdf
PDF-Dokument [721.8 KB]

 

"Piep, piep, piep Sebastian hat den Peter lieb"

 

18. Januar 2022 | Es ist ein Graus mit unseren Kickers, dem sportlichen Aushängeschild Würzburgs. Spieler kommen, andere gehen und manchen wünscht man sich in der Not zurück. Fabio Kaufmann, Tobias Rhein, Patrick Sontheimer, Frank Ronstadt und, und, und - die Liste reicht locker für zwei drittligataugliche Mannschaften. 

Bei den Kickers kommt Peter Kurzweg, dann geht er, um wieder zu kommen, packt noch einmal seine sieben Sachen und steht plötzlich aufs Neue in der Tür: Willkommen in schwindelerregender Höhe am Dalle oder "piep, piep, piep Sebastian Neumann hat dich lieb". Die Not ist groß und Würzburg ist, wenn Peter in Ingolstadt nicht mehr eingesetzt wird, viel schöner. Gut er hat gekämpft. Er ist die Seitenlinie rauf und runter gerannt. Zwei Tore hat er für die Kickers erzielt. Kurzweg wird das Spielniveau nicht maßgebend verbessern, aber er wird dem Gegner weh tun.

  

Ein Marvin ist kaltgestellt, ergo muss ein neuer Marvin her: Stefaniak. Er muss das Spiel lenken und die Mannschaft in die Offensive führen. Angriff muss schon gegen Waldhof Mannheim die beste Verteidigung sein. Denn eins ist doch selbst der Eckfahne klar, es darf jetzt endlich gewonnen werden. Der Trainer muss definitiv liefern - ende.  

  

 

Die Moneten-Gang sucht den Rettungsring 

 

3. Januar 2022 | Mitglieder, so ist zu lesen, verabschieden sich. Vereinspräsident Michael Grieger beklagt sich darüber in einem offenen Brief auf der Kickers-Homepage. Die wahren Gründe dafür nennt er nicht. Vermutlich kennt er sie nicht einmal, obwohl er doch selbst Beiträge zum Vereinsumbau leistete. Scheibchenweise wurde die Satzung ganz im Sinne des allmächtigen Investors geändert. Die Kickers-Mitglieder wurden Schritt für Schritt entmachtet. Delegierte wählen, wer im Klub das Sagen hat. Von der Basis hat man sich schon vor Jahren bei den Kickers verabschiedet. Es regiert die ergebene Gefolgschaft des Monetengebers. Diskussionen auf Mitgliederversammlungen wie z. B. beim großen FC Bayern München gibt es beim merkbar kleineren FC Würzburger Kickers nicht. Hier wird nach außen gekuschelt und intern ausgetauscht. Länger als kurz hat es im Aufsichtsrat der AG noch keiner ausgehalten. Jako-Gründer Rudi Sprügel und BVUK-Gründer Michael Reitzel sind zwei prominente Persönlichkeiten, die sich aus Thorsten Fischers Triumvirat schneller verabschiedeten als von manchen mitdenkenden Kickers-Freund gewünscht.     

 

"Die verstehen nicht, wie Fußball funktioniert, sind aber jetzt für die Managersuche verantwortlich - da pack' ich mir an den Kopp. Wenn sie ehrlich zu sich selbst wären, dann würden sie zugeben, dass der Verein unter ihnen nicht funktioniert", sagte einst Rudi Assauer (verstorben am 6. Februar 2019) über den Vorstand des FC Schalke 04.

 

Wie Profifußball funktioniert, wusste Bernd Hollerbach. Er hat die Kickers zu einer Adresse gemacht. Seine zusammengestellte Mannschaft hat gespurt. Solche weinerlichen Skandälchen wie jetzt im Fall Pourié gab es beim Holler nicht. Er hatte hinter jedem einzelnen Spieler eine Alternative. Wer Bernds Regeln brach, marschierte auf die Tribüne. Klar ist das "Wunder von Bernd" durch den Abstieg aus der 2. Bundesliga in die Fußballprovinz zurückgekehrt. Aber die Kickers sind sportlich nicht abgestürzt. Sie haben sich in der 3. Liga wieder aufgebaut und sind überraschend aufgestiegen. Dann holte der Flyeralarm-Boss Felix Magath als sogenannten Vereinsentwickler. Der quasselte von der 1. Bundesliga und von der Champions League. Dümmlicher hat noch keiner über die Ziele der Kickers gesprochen. Das Schlimme war, niemand hat den abgehalfterten Altmeister gebremst. Erst wurde Michael Schiele entlassen, dann durfte Marco Antwerpen für Bernd Trares gehen, bis Ralf Santelli versuchte zu retten, was kaum zu retten war. In der Hilflosigkeit anders kann man die Personalentscheidungen nicht benennen, wurde Sebastian Schuppan Sportdirektor und Torsten Ziegner Trainer: ein Duo Infernale. 

 

"Trainer der Marvin ist böse zu uns."  

 

Heidewitzka! Wer Pourié ins Team holt, der hat ab sofort einen Belzenickel in der Mannschaft. Einen Sachverständigen, der für alles und jeden eine Antwort hat, nur nicht für seinen eigenen Charakter. Alle von Liverpool bis Kaiserslautern wissen es: Marvin holt gerne den verbalen Prügel raus.

Es ist sicher altklug, wenn ich sage, solche Typen gab es schon immer. Der Unterschied zu früher ist, die Mannschaftsführung ist heutzutage nicht mehr imstande, die Probleme intern zu lösen. Da wird, wenn Marvin mal wieder böse reagiert, der Mannschaftsrat aktiviert, damit der zum Trainer schreitet, um sich im Namen aller bei ihm auszuweinen. Sind die Taschentücher feucht genug, dann muss Pourié gehen: Lieber ohne ihn absteigen, als mit ihm drinbleiben, lautet jetzt die neue, sehr einfach gestrickte Parole.

Wo sind bei dem Skandälchen Sportdirektor Sebastian Neumann und Vorstandsvorsitzender Christian Jäger abgeblieben? Wie ist es um die Autorität von Trainer Danny Schwarz bestellt? Hat er sich vor den Karren des Mannschaftsrates spannen lassen? 

 

Es bleibt spannend bei unseren Kickers. Langeweile kennen wir nicht. Ein immer wiederkehrendes Auf und Ab trieb uns immer an. Das funktionierte viel Jahrzehnte. Jetzt allerdings ist der ganze Fußballclub der Moneten-Gang des Profifußballs ausgeliefert. Vielleicht ist es für das Projekt "Profifußball in Würzburg" besser, wenn Thorsten Fischer langsam darüber nachdenkt, ob es nicht klüger ist, wenn er den Weg frei macht?   

 

 

 

Thorsten Fischer am 24. Januar 2022:

 

"Eine nachhaltige Strategie mit Blick auf die gezielte Förderung der eigenen Jugend sowie der Talente

aus der Region sollte neben einer bodenständig strukturellen Weiterentwicklung

die Basis darstellen, um nachhaltig und gestärkt zu einem späteren Zeitpunkt

in die 3. Liga zurückzukehren." 

 

Waren es nicht Fischer und Bernd Hollerbach, die den schnellen Erfolg vorangetrieben haben? Wollte nicht Thorsten irgendwo auf der grünen Wiese ein bundesligataugliches Stadion bauen? Groß, größer, Größenwahn: Felix Magath! Fischer ließ den Altmeister selbst dann noch gewähren, als der tatsächlich öffentlich von Erster Bundesliga und Champions League quasselte. An dem Tag wurde unser Traditionsverein zum FC Absurdistan degradiert und der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Weichen für den sportlichen Niedergang waren gestellt. Der Weichensteller ließ den Rot-Weißen-Zug auflaufen. Immerhin ist er nicht entgleist. Er fährt noch in der Spur und er hat sogar die große Chance auf die Wende. Der Klassenerhalt ist trotz all der Turbulenzen zu schaffen, wenn endlich Eitelkeiten und Sturheiten im Main versenkt werden. Ich behaupte, mit Marvin Pourie hätte man gegen den SV Waldhof Mannheim gewonnen. Manchmal müssen auch Trainer und erst recht gut bezahlte Spieler wie alle Berufstätigen ihre Befindlichkeiten hinten anstellen, um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Wir sind vielleicht in der Fußballprovinz, aber der Ball ist auch hier einfach nur rund und muss genauso ins Eckige wie bei Bayern München. Danny Schwartz weiß das. Er steht in der Pflicht und darf jetzt endlich liefern. Wenn nicht, dann sollte er ebenfalls die Konsequenzen ziehen. 

 

  

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